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Dienstag, 10. April 2012

#3

"Wie geht's dir?" fragt meine Therapeutin.
In mich zusammengesunken sitze ich ihr gegenüber und starre auf meine Finger. 
"Nicht gut." antworte ich leise. 
"Wie nicht gut?" fragte sie. 
Ich atme tief durch. "Ja also... schlecht halt..."
Ich blicke meiner Therapeutin kurz in die Augen, danach sehe ich wieder auf meine Finger. 
"Es gibt so viele Arten von "es geht mir nicht gut" "Mir fehlen 10.000 euro um in den Urlaub zu fliegen, mir geht es nicht gut" oder was?" 
Dieser Satz tut weh. Sehr. 
"Ich habe in der letzten zeit total viel Angst..." 
"Was für Angst?" 
"Ja so... Trennungsangst..."
"Also, du hast Angst dass sich Kalle von dir trennt? Unter Therapeuten versteht man unter Trennungsangst was völlig anderes, deshalb frage ich." 
Ich nicke. Ich kann in diesem Moment nicht reden, würde ich reden, würde ich anfangen zu weinen. 
"Gibt es denn irgendwelche Anzeichen dafür? Hat er irgendwas angedeutet?" fragt sie. 
"Nein." antworte ich. "Das ist es ja gerade. Eigentlich läuft ja alles super, aber ich hab trotzdem so eine Angst." 
Sie versteht es nicht. 
Später sagt sie sogar, ich brauche keine stationäre Therapie mehr. 


Ich kann nicht mehr. Warum versteht niemand, dass ich nicht mehr kann? Warum versteht keiner, dass ich in der letzten Zeit so oft kurz davor war mir das Leben zu nehmen? Warum versteht keiner, dass ich Schutz brauche? Schutz vor mir selber... 


2 Kommentare:

  1. Hm, warum es keiner versteht? Das ist schwer zu erklären, aber vielleicht solltest du um Hilfe bitten und es den Menschen klar und deutlich sagen, was mit dir los ist und das du Unterstützung brauchst? Ist das nicht einmal einen Versuch wert?

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  2. Das habe ich doch schon so oft getan...
    Meine Therapeutin gilt unter den Patienten in der Klinik allgemein als unfähig und schlecht.
    zja. Arschkarte.

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